Bei dem Verdacht auf eine verschleppte Lungenentzündung sollten Sie schnell zum Arzt.
Eine verschleppte Lungenentzündung kann lebensbedrohlich werden.

Manchmal wird eine Lungenentzündung nicht gleich korrekt diagnostiziert und über einige Zeit verschleppt. Die Therapie beginnt in diesen Fällen viel zu spät und die Bakterien haben Zeit, sich im Körper auszubreiten. Dabei steigt die Gefahr von Komplikationen mit jedem Tag, an dem die verschleppte Lungenentzündung nicht richtig, oder gar nicht, behandelt wird.

Verschleppte Lungenentzündung: Die Komplikationen sind vielfältig

Betroffene mit einer verschleppten Lungenentzündung können unterschiedliche Komplikationen entwickeln. Zu ihnen gehört die sogenannte Pleuritis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Lungenfells, die auch als Rippenfellentzündung bekannt ist. Bei einer Pleuritis unterscheidet man zwischen einer trockenen Rippenfellentzündung und einer feuchten Rippenfellentzündung.

Die trockene Rippenfellentzündung äußert sich in der Regel mit starken Schmerzen, die sich bei jeder Bewegung noch verstärken. Erkrankte versuchen daher sich so wenig wie möglich zu bewegen. Das zeigt sich unter anderem auch in einer relativ ausgeprägten Kurzatmigkeit.

Wenn sich Flüssigkeit zwischen der Lunge und den Rippen ansammelt, spricht man dagegen von einer feuchten Rippenfellentzündung. Manchmal kann sich eine trockene zu einer feuchten Rippenfellentzündung entwickeln. Zu den Symptomen dieser Erkrankung zählen ebenfalls Atemnot, aber auch das typische Druckgefühl im Brustkorb, das durch die Flüssigkeitseinlagerungen entsteht. Bei einer großen Menge von Flüssigkeit kann es sogar zu einer Gewichtszunahme kommen.

Verschleppte Lungenentzündung und Pleuraerguss

Meist durch eine feuchte Rippenfellentzündung ausgelöst, kann der Pleuraerguss entstehen. Auch die Symptome der beiden Erkrankungen hängen eng zusammen. Je mehr Flüssigkeit sich im Pleuraspalt ansammelt, umso schwieriger wird es für Patienten tief ein- und auszuatmen. Daher zählt zu den häufigsten Symptomen dieser Erkrankung eine deutliche Atemnot. Daher sollten Sie auch bei einem Verdacht auf einen Pleuraerguss unbedingt so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Verschleppte Lungenentzündung und Lungenabszess

Auch ein Lungenabszess ist eine nicht zu unterschätzende Folge einer verschleppten Lungenentzündung. Er entsteht dadurch, dass sich Eiter irgendwo im Gewebe angesammelt hat, der im Laufe der Zeit verkapselt, weil er nicht abfließen kann. Der Eiter ist ein Indiz dafür, dass es eine Entzündung im Körper (in diesem Fall in der Lunge gab), die bekämpft wurde.

Dieser Form der Erkrankung kommt relativ häufig vor und so kennt man den Lungenabszess als eine Sonderform der Lungenentzündung. Im Laufe der Erkrankung kann es dabei sogar vorkommen, dass die Symptome weniger werden. Unter Umständen kann der Eiter, der sich verkapselt hat, in die Bronchien gelangen und über diesen Umweg kann man ihn dann abhusten. Meist heilt jedoch die Krankheit nicht komplett aus, daher sollten Patienten auch hier in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, der eine Therapie anordnen kann.

Verschleppte Lungenentzündung kann sehr gefährlich werden

Abgesehen von den geschilderten Erkrankungen, kann eine Lungenentzündung gerade für chronisch kranke, oder ältere Menschen sehr gefährlich werden. Grundsätzlich droht bei entzündlichen Erkrankungen, wenn sie nicht richtig oder nicht ausreichend behandelt sind, die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis). Wenn sie zu spät erkannt wird, kann sie lebensbedrohlich werden. Die Symptome ähneln der einer Grippe, können sich aber innerhalb weniger Stunden drastisch verschlechtern. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind pro Jahr ungefähr 30 Millionen Menschen von einer Blutvergiftung betroffen. In Deutschland sterben jedes Jahr ungefähr 75.000 Personen an dieser Erkrankung, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.

Daher ist auch gerade bei einer Blutvergiftung schnelles und umsichtiges Handeln gefragt.

Eine verschleppte Lungenentzündung ist immer gefährlich

Wie wir gesehen haben, ist eine verschleppte Lungenentzündung nicht zu unterschätzen. Neben den geschilderten Erkrankungen ist auch denkbar, dass es

zu einer Hirnhautentzündung kommt, oder gar das Herz von den Erregern der Lungenentzündung befallen wird. Zur Vermeidung dieser Komplikationen empfiehlt sich eine gründliche ärztliche Abklärung bei dem Verdacht auf eine Lungenentzündung, auch wenn sie schon verschleppt sein sollte.

 

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